Fassaden sind Tag für Tag Sonne, Regen, Wind, Temperaturwechseln und Luftschadstoffen ausgesetzt. Dass sie im Laufe der Jahre verschmutzen, ist also kein Zufall, sondern die Folge klarer bauphysikalischer und biologischer Prozesse. Besonders häufig sieht man heute grünliche oder dunkelgraue Beläge – typische Spuren von Algen und Pilzen, die sich auf der Oberfläche ansiedeln.

Im Kern geht es immer um drei Dinge: Feuchtigkeit an der Oberfläche, das Mikroklima rund ums Gebäude und die Eigenschaften des Fassadensystems.


1. Feuchtigkeit – der wichtigste Auslöser

Ohne Feuchtigkeit gibt es keinen Algen- und Pilzbewuchs. Entscheidend ist daher, wie oft und wie lange die Putzoberfläche nass oder feucht bleibt.

Feuchtigkeit gelangt auf verschiedene Weise auf die Fassade:

Je länger Feuchtigkeit auf der Oberfläche steht, desto leichter können sich Mikroorganismen ansiedeln und ausbreiten.


2. Algen, Pilze und Bakterien – der „Bioteppich“ auf dem Putz

Algen, Pilze und Bakterien sind als winzige Sporen überall in der Luft vorhanden. Treffen sie auf eine ständig leicht feuchte Putzoberfläche, haften sie an, beginnen zu wachsen und bilden nach und nach einen dünnen Biofilm.

Typische Erscheinungsbilder:

Im Laufe der Zeit schließen sich einzelne Kolonien zu einem zusammenhängenden Belag zusammen – einem regelrechten Bioteppich, der Wasser wie ein Schwamm speichert. Damit bleibt die Fassade noch länger feucht, was das Wachstum weiter beschleunigt.

Hinzu kommt: Einige dieser Mikroorganismen scheiden Stoffwechselprodukte aus, die die Oberfläche angreifen und das Bindemittel im Putz langsam schwächen. Aus einem reinen Schönheitsproblem kann so schleichend ein technisches werden.


3. Warum gedämmte Fassaden stärker betroffen sind

Besonders häufig betroffen sind heute gedämmte Fassaden, zum Beispiel mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). Das hat physikalische Gründe:

Das bedeutet: Gedämmte Fassaden sind energetisch sinnvoll, bieten Algen und Pilzen aber ideale Startbedingungen. Wichtig ist daher ein Bewusstsein dafür, dass Reinigung und Pflege Teil des Gesamtkonzepts sein müssen.


4. Material, Farbton und Struktur – was die Optik beeinflusst

Neben Feuchte und Dämmstandard spielen auch Material und Oberflächenstruktur eine Rolle:

Keines dieser Merkmale allein entscheidet, ob eine Fassade verschmutzt – in der Summe beeinflussen sie aber, wie schnell ein Bewuchs sichtbar wird.


5. Mehr als nur Algen: weitere Verschmutzungsarten

Zur realen Verschmutzung einer Fassade gehören meist mehrere Komponenten:

  • Organischer Bewuchs – Algen, Pilze, Moose und Flechten
  • Ablagerungen aus der Luft – Staub, Ruß, Feinstaubpartikel aus Verkehr oder Industrie
  • Ausblühungen und Rostspuren – durch aufsteigende Feuchte, salzhaltige Baustoffe oder korrodierende Metalle

Oft verstärken sich diese Effekte gegenseitig: Staub haftet besser auf feuchten, von Algen überzogenen Flächen; umgekehrt liefern Schmutzpartikel zusätzliche Nährstoffe für Mikroorganismen. So entsteht Schritt für Schritt das typische Bild einer „gealterten“ Fassade.


6. Typische Risikofaktoren im Überblick

Je mehr der folgenden Punkte zusammentreffen, desto eher ist mit sichtbarem Bewuchs zu rechnen:

Diese Faktoren lassen sich nicht immer vermeiden – aber sie sollten bekannt sein, damit Planung, Wartung und Reinigung darauf abgestimmt werden können.


7. Warum rechtzeitige Fassadenreinigung sinnvoll ist

Viele Eigentümer warten mit einer Fassadenreinigung, bis die Verfärbungen unübersehbar geworden sind. Aus technischer und wirtschaftlicher Sicht ist das selten die beste Lösung.

Je früher gereinigt wird, desto besser:

  1. Bewuchs bleibt oberflächlich
    Wird eine Fassade rechtzeitig gereinigt, ist der Bioteppich meist noch relativ dünn und sitzt überwiegend auf der Oberfläche. Eine fachgerechte Reinigung entfernt ihn porentief, ohne den Putz zu belasten.
  2. Feuchtebelastung wird reduziert
    Ohne Belag kann die Fassade wieder schneller abtrocknen. Das reduziert die Feuchtezeiten und erschwert einen schnellen Neubefall.
  3. Beschichtungen halten länger
    Saubere, trocknere Oberflächen altern langsamer. Anstriche und Putze behalten ihre Funktion und Optik länger, ein kostspieliger Neuanstrich lässt sich deutlich hinauszögern.
  4. Kosten bleiben überschaubar
    Eine professionelle Fassadenreinigung ist in der Regel deutlich günstiger als eine komplette Neugestaltung der Fassade mit Gerüst, Sanierung und Mehrschichtaufbau.

8. Fazit: Verschmutzung verstehen – Werte erhalten

Fassadenverschmutzung ist kein Zufall und schon gar kein Zeichen mangelhafter Bauqualität. Sie ist eine logische Folge aus Feuchtigkeit, Mikroklima, Materialwahl und Umwelteinflüssen.

Wer diese Zusammenhänge kennt, kann die Verschmutzung besser einschätzen – und vor allem rechtzeitig handeln. Mit einer professionellen, materialgerechten Fassadenreinigung lassen sich:


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