
Fassaden sind Tag für Tag Sonne, Regen, Wind, Temperaturwechseln und Luftschadstoffen ausgesetzt. Dass sie im Laufe der Jahre verschmutzen, ist also kein Zufall, sondern die Folge klarer bauphysikalischer und biologischer Prozesse. Besonders häufig sieht man heute grünliche oder dunkelgraue Beläge – typische Spuren von Algen und Pilzen, die sich auf der Oberfläche ansiedeln.
Im Kern geht es immer um drei Dinge: Feuchtigkeit an der Oberfläche, das Mikroklima rund ums Gebäude und die Eigenschaften des Fassadensystems.
1. Feuchtigkeit – der wichtigste Auslöser
Ohne Feuchtigkeit gibt es keinen Algen- und Pilzbewuchs. Entscheidend ist daher, wie oft und wie lange die Putzoberfläche nass oder feucht bleibt.
Feuchtigkeit gelangt auf verschiedene Weise auf die Fassade:
- Tauwasser
In klaren Nächten kühlt die Fassadenoberfläche stark aus. Unterschreitet sie die sogenannte Taupunkttemperatur, kondensiert Wasserdampf aus der Luft zu einem dünnen Wasserfilm auf dem Putz. Gerade bei gut gedämmten Außenwänden passiert das häufig, weil der Oberputz kaum Wärme aus dem Mauerwerk nach außen erhält und darum schneller auskühlt. - Regen und Schlagregen
Direkter Regen, Spritzwasser vom Boden und ungünstige Windverhältnisse sorgen dafür, dass einzelne Bereiche der Fassade immer wieder durchnässt werden und nur langsam trocknen. - Konstruktive Details
Undichte Dachrinnen, fehlerhafte Fensterbänke, offene Fugen oder horizontale Vorsprünge bilden echte „Feuchtenester“. Dort laufen Wasserfahnen nach unten, die sich als dunkle Streifen auf der Fassade abzeichnen. - Mikroklima
Nord- und Westseiten bekommen weniger Sonne, trocknen schlechter ab und bleiben daher länger feucht. In Tallagen, in der Nähe von Gewässern oder hinter dichter Bepflanzung ist die Luft ohnehin feuchter – ein weiterer Verstärker.
Je länger Feuchtigkeit auf der Oberfläche steht, desto leichter können sich Mikroorganismen ansiedeln und ausbreiten.
2. Algen, Pilze und Bakterien – der „Bioteppich“ auf dem Putz

Algen, Pilze und Bakterien sind als winzige Sporen überall in der Luft vorhanden. Treffen sie auf eine ständig leicht feuchte Putzoberfläche, haften sie an, beginnen zu wachsen und bilden nach und nach einen dünnen Biofilm.
Typische Erscheinungsbilder:
- Grünliche Schleier oder Flecken – überwiegend Algenbeläge, vor allem auf schattigen, dauerfeuchten Flächen
- Dunkelgraue oder schwarze Beläge – Pilze oder Mischbewuchs, oft als senkrechte Streifen unter Fensterbänken und Anschlüssen
- Rötliche oder bräunliche Verfärbungen – bestimmte Algen- oder Bakterienstämme
Im Laufe der Zeit schließen sich einzelne Kolonien zu einem zusammenhängenden Belag zusammen – einem regelrechten Bioteppich, der Wasser wie ein Schwamm speichert. Damit bleibt die Fassade noch länger feucht, was das Wachstum weiter beschleunigt.
Hinzu kommt: Einige dieser Mikroorganismen scheiden Stoffwechselprodukte aus, die die Oberfläche angreifen und das Bindemittel im Putz langsam schwächen. Aus einem reinen Schönheitsproblem kann so schleichend ein technisches werden.
3. Warum gedämmte Fassaden stärker betroffen sind
Besonders häufig betroffen sind heute gedämmte Fassaden, zum Beispiel mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). Das hat physikalische Gründe:
- Bei gedämmten Wänden ist der Oberputz thermisch vom massiven Mauerwerk entkoppelt. Die äußerste Schicht hat nur wenig Speichermasse und gibt kaum Wärme nach außen ab.
- Nach Sonnenuntergang kühlt diese dünne Außenschicht sehr schnell aus. Die Folge: Die Oberflächentemperatur fällt häufig unter die Lufttemperatur und erreicht schnell den Taupunkt – Tauwasser bildet sich deutlich öfter und bleibt länger stehen.
- Gleichzeitig sind viele moderne Putze und Farben sehr hell, um die Aufheizung der Fassade zu verringern. Helle Oberflächen erwärmen sich aber auch bei Sonneneinstrahlung weniger stark und trocknen dadurch langsamer ab.
Das bedeutet: Gedämmte Fassaden sind energetisch sinnvoll, bieten Algen und Pilzen aber ideale Startbedingungen. Wichtig ist daher ein Bewusstsein dafür, dass Reinigung und Pflege Teil des Gesamtkonzepts sein müssen.
4. Material, Farbton und Struktur – was die Optik beeinflusst
Neben Feuchte und Dämmstandard spielen auch Material und Oberflächenstruktur eine Rolle:
- Organische Putze und Farben besitzen andere Wasseraufnahme- und Trocknungseigenschaften als rein mineralische Beschichtungen. Je nachdem, wie lange sie Oberflächenfeuchte halten, sind sie anfälliger oder weniger anfällig für Bewuchs.
- Farbton: Sehr helle, reflektierende Farben heizen sich weniger auf und trocknen langsamer, dunklere Töne werden dagegen stärker erwärmt und geben Feuchte schneller wieder ab.
- Oberflächenstruktur: Rauere Putze oder stark strukturierte Flächen bieten Mikroorganismen mehr Halt und kleine Taschen, in denen Wasser stehen bleibt. Glattere Oberflächen lassen Feuchte leichter ablaufen.
Keines dieser Merkmale allein entscheidet, ob eine Fassade verschmutzt – in der Summe beeinflussen sie aber, wie schnell ein Bewuchs sichtbar wird.
5. Mehr als nur Algen: weitere Verschmutzungsarten
Zur realen Verschmutzung einer Fassade gehören meist mehrere Komponenten:

- Organischer Bewuchs – Algen, Pilze, Moose und Flechten
- Ablagerungen aus der Luft – Staub, Ruß, Feinstaubpartikel aus Verkehr oder Industrie
- Ausblühungen und Rostspuren – durch aufsteigende Feuchte, salzhaltige Baustoffe oder korrodierende Metalle
Oft verstärken sich diese Effekte gegenseitig: Staub haftet besser auf feuchten, von Algen überzogenen Flächen; umgekehrt liefern Schmutzpartikel zusätzliche Nährstoffe für Mikroorganismen. So entsteht Schritt für Schritt das typische Bild einer „gealterten“ Fassade.
6. Typische Risikofaktoren im Überblick
Je mehr der folgenden Punkte zusammentreffen, desto eher ist mit sichtbarem Bewuchs zu rechnen:
- hohe Wärmedämmung mit geringer Speichermasse der Außenschicht
- Nord- oder Westausrichtung ohne ausreichende Sonneneinstrahlung
- fehlende oder sehr kurze Dachüberstände
- viele horizontale Vorsprünge oder komplizierte Fassadendetails
- dichte Bepflanzung direkt vor der Fassade (Hecken, Bäume, Rankpflanzen)
- Lage in feuchten, nebelanfälligen Regionen oder in Gewässernähe
- sehr helle Farbtöne und stark strukturierte Oberflächen
Diese Faktoren lassen sich nicht immer vermeiden – aber sie sollten bekannt sein, damit Planung, Wartung und Reinigung darauf abgestimmt werden können.
7. Warum rechtzeitige Fassadenreinigung sinnvoll ist
Viele Eigentümer warten mit einer Fassadenreinigung, bis die Verfärbungen unübersehbar geworden sind. Aus technischer und wirtschaftlicher Sicht ist das selten die beste Lösung.
Je früher gereinigt wird, desto besser:
- Bewuchs bleibt oberflächlich
Wird eine Fassade rechtzeitig gereinigt, ist der Bioteppich meist noch relativ dünn und sitzt überwiegend auf der Oberfläche. Eine fachgerechte Reinigung entfernt ihn porentief, ohne den Putz zu belasten. - Feuchtebelastung wird reduziert
Ohne Belag kann die Fassade wieder schneller abtrocknen. Das reduziert die Feuchtezeiten und erschwert einen schnellen Neubefall. - Beschichtungen halten länger
Saubere, trocknere Oberflächen altern langsamer. Anstriche und Putze behalten ihre Funktion und Optik länger, ein kostspieliger Neuanstrich lässt sich deutlich hinauszögern. - Kosten bleiben überschaubar
Eine professionelle Fassadenreinigung ist in der Regel deutlich günstiger als eine komplette Neugestaltung der Fassade mit Gerüst, Sanierung und Mehrschichtaufbau.
8. Fazit: Verschmutzung verstehen – Werte erhalten
Fassadenverschmutzung ist kein Zufall und schon gar kein Zeichen mangelhafter Bauqualität. Sie ist eine logische Folge aus Feuchtigkeit, Mikroklima, Materialwahl und Umwelteinflüssen.
Wer diese Zusammenhänge kennt, kann die Verschmutzung besser einschätzen – und vor allem rechtzeitig handeln. Mit einer professionellen, materialgerechten Fassadenreinigung lassen sich:
- Bewuchs und tiefsitzende Verfärbungen porentief entfernen
- die Feuchtebelastung der Oberfläche deutlich reduzieren
- Putz und Anstrich langfristig schützen
- sowie Optik und Wert der Immobilie spürbar steigern
Nächster Schritt: saubere Fassade live erleben
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